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Fluoridierung

Richtige Zahnpflege beginnt bereits im frühen Kindesalter. Neben dem täglichen Zähneputzen ist auch die Anwendung von Fluoriden eine sehr wichtige Maßnahme. Zahnärzten zufolge bewirken die kristallinen Ionen für das bleibende Gebiss nachhaltigen Schutz vor Plaque, da die natürliche Fluoridkonzentration in der Mundhöhle dem Kariesrisiko nicht genügend vorbeugt.

„Die Fluoridierung ist schon lange gängige Praxis. Doch sie wird immer noch zu selten genutzt“, erklärt Dr. Eberhard Steglich, Vizepräsident der Landeszahnärztekammer Brandenburg. „Wichtig ist, bereits im Kindesalter die Zähne extern mit Fluoriden zu behandeln.“ Die Aufnahme von Fluoriden über Tabletten, die beispielsweise Kinderärzte verordnen, führt nicht in jedem Fall zum gewünschten Ergebnis. „Nur die zusätzliche externe Behandlung mit fluoridhaltigen Lacken oder Gels durch den Zahnarzt bringt den gewünschten Schutz“, weiß der Fachmann.

Ab dem zweiten Lebensjahr sollten Eltern zweimal jährlich mit ihren Kindern den Zahnarzt aufsuchen. Denn: Schon die Milchzähne können von Karies geschädigt werden. Die Individualprophylaxe wird von der Krankenkasse für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren bezahlt. „Zudem wird in Schulen die so genannte Gruppenprophylaxe durchgeführt, die im Idealfall zweimal pro Jahr für jedes Kind angeboten wird. Der beste Schutz für Kinder ist die Kombination von Individual- und Gruppenprophylaxe“, erklärt der Vizepräsident.

Viermal jährlich werden die Zähne auf diese Weise durch erfahrene Zahnärzte geprüft - festgehalten im Prophylaxepass, den es für jede Alterstufe gibt. „Einen besseren Schutz können Eltern ihrem Nachwuchs nicht geben“, meint Dr. Steglich. „Diese gebotenen Schutzmaßnahmen für Kinderzähne sollten Eltern unbedingt wahrnehmen - schließlich sind die Schäden am Zahnschmelz nicht rückgängig zu machen.“

Eltern sollten ihren Kindern zudem ein gutes Vorbild sein: regelmäßige Zahnpflege mit fluoridhaltigen Cremes und Gels sowie die halbjährliche Untersuchung durch den Zahnarzt regen Kinder an, es den Eltern gleich zu tun. „Auch Erwachsene profitieren von der externen Behandlung mit Fluoriden“, so der Fachmann.

Hintergrund: Fluoridierung
Durch Stoffwechselprodukte der Bakterien im Zahnbelag und Säuren aus der Nahrung sind Zähne täglich einem großen Kariesrisiko ausgesetzt. Das Kristallgitter des Zahnschmelzes wird auf diese Weise zerstört. Die Fluoride wirken dem entgegen, denn durch ihre größere Struktur beugen sie dem Zerfall des Kristallgitters vor. Bereits in kleinen Mengen sind die Ionen sehr wirkungsvoll - gebunden an eine regelmäßige Anwendung.

Neben der Zahnpflege mit fluoridhaltigen Cremes kann eine Applikation durch den Zahnarzt das Gebiss zusätzlich schützen. Studien zufolge bringen lediglich oberflächlich aufgebrachte Fluoridverbindungen langfristigen Erfolg.